Senioren


Spielen macht immer SpassErst in den letzten zehn Jahren gerät die Frage von Angeboten für Menschen mit Behinderungen (geistige, seelische und mehrfache Behinderungen) im Seniorenalter zunehmend in die Diskussion der Fachdienste. Es wird verstärkt nach der geeigneten Organisation und den notwendigen Unterstützungsformen der Angebote für alternde und alte Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen gefragt.

Dabei ist besonders in den letzten Jahren sichtbar geworden, dass es hier nicht um den Aufbau neu finanzierter Versorgungsangebote oder komplett neuer Einrichtungen gehen kann. Wir merken erst jetzt, dass die sozialen Sicherungssysteme nicht nachhaltig finanziert sind und dabei angesichts der erheblichen Risiken der Demografie und des Arbeitsmarktes eine Armut im Alter nicht auszuschließen ist. Es gibt keine Garantien mehr, und viele Mangelsituationen bei gleichzeitigem gesellschaftlichem Reichtum werden erkennbar. Die sozialstaatlichen Anspruchsdiskussionen haben häufig die ökonomischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nicht ausreichend beachtet. Es nützt wenig, neue Konzepte mit umfassenden neuen Aufgaben für Sozialdienste und überschwängliche Qualitätsmaßstäbe zu formulieren, ohne deren Möglichkeit der Finanzierung für die Zukunft zu berücksichtigen.

Für die älteren Menschen in den Arbeitsgruppen der Werkstatt sind die folgenden Maßnahmen notwendig und werden im Einzelfall abgestimmt:

  • Anpassung der Arbeitszeit, flexible Zeiteinteilung, individuelle Arbeitspausengestaltung und Nutzung von Rückzugsmöglichkeiten
  • Anpassung der Arbeitsabläufe und Arbeitsteilung mit Möglichkeiten der Ausrichtung an die jeweilige Tagesverfassung
  • Berücksichtigung von wechselhaften Tätigkeiten (Stehen, Gehen, Sitzen), um einseitigen körperlichen Belastungen entgegenzuwirken
  • Nutzung der Gruppengespräche, um auch dort für altersbedingte Veränderungsprozesse zu sensibilisieren


Die Werkstätten, bzw. die gewohnten Lebensorte, sind zukünftig weiter zu öffnen. Ähnlich wie die kommunalen Liegenschaften der Werkstatt für Bedarfe des Mittagessens und des Treffens mit Freunden am Wochenende genutzt werden könnten, sind weitere Öffnungen des "Lebensraumes Werkstatt" zur Gewährleistung von Teilhabe und Eingliederung in die Gesellschaft möglich. Es wäre unter der bestehenden Finanzlage nicht erforderlich, zusätzlich neue bauliche Maßnahmen zu treffen, sondern es geht darum, bereits vorhandene und anerkannte den Menschen langjährig vertraute Orte zusätzlich wesentlich besser zu nutzen.

Die Werkstatt Martinshof engagiert sich selbst und ganz besonders mit der Stiftung Martinshof für den Personenkreis der Senioren.