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Sichtwechsel: Martinshof und Industrie tauschen Mitarbeiter
SichtwechselDer Martinshof, eine der größten Werkstätten für behinderte Menschen in Deutschland, hat einen Berufsbildungsbereich mit 200 Plätzen. Das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen fordert seit 2009 eine erweiterte Teilhabe und eine integrative (engl. inklusive) Gesellschaft. Neben der weiteren Öffnung der Werkstätten in die Gesellschaft soll nach einem neuen Konzept des Martinshofes auch die arbeitsweltbezogene Bildung (Berufsfeld-/Berufsbildorientierung) stärker ausgebaut werden.
Lust auf Neues ist etwas Gutes und so wollten Teilnehmer des Berufsbildungsbereichs des Martinshofes sich bei Firmen des allgemeinen Arbeitsmarktes umsehen, und die dortigen Auszubildenden wollten nicht nur wegen einer Erweiterung ihrer sozialen Kompetenzen die Beschäftigungsplätze des Martinshofes kennenlernen.
Zwischen dem Martinshof und den Industriebetrieben Airbus, Astrium und dem Mercedes-Benz Werk Bremen wurde daher für die Monate Juli bis September 2011 erstmals ein Praktikumstausch von Auszubildenden vereinbart. Die Begegnungen standen für die jungen Menschen im Vordergrund. Das Kennenlernen besonderer Hilfsvorrichtungen, die Entdeckung der Langsamkeit in anderen Lernprozessen und ergänzende Betreuungsangebote einerseits wie aber auch neue Herausforderungen und Bewältigungen in einem technisch anspruchsvollen betrieblichen Umfeld andererseits waren wesentliche Erfahrungen für die Beteiligten. Es hat einfach auch Spaß gemacht.
Das Projekt wurde 8.9.2011 mit Sozialsenatorin Anja Stahmann im Martinshof der Öffentlichkeit vorgestellt. Der „Sichtwechsel" soll fortgeführt werden, und weitere Firmen haben bereits ihr Interesse angemeldet.

